Jimmi Myhre Nielsen
Mitinhaber von vier Maschinenfabriken. Kennt die Herausforderung aus der stahlverbrauchenden Industrie.
Die Geschichte
ReSteel ApS entstand aus einem ganz einfachen Gespräch zwischen zwei Menschen aus jeweils einem anderen Teil der Stahlindustrie.
Jimmi Myhre Nielsen
Mitinhaber von vier Maschinenfabriken. Kennt die Herausforderung aus der stahlverbrauchenden Industrie.
Lars Blomholt
Langjähriger Stahlgroßhändler, Inhaber von Industristål A/S, mit tiefen Wurzeln in der europäischen Stahlindustrie. Kennt sie von der anderen Seite des Tisches.
Das Gespräch drehte sich um etwas, über das sich beide seit vielen Jahren gewundert hatten:
Warum ist es so schwer, die guten Stahlreste zu kaufen und zu verkaufen, die bereits in den Lagern dänischer Unternehmen liegen?
Wenn eine Maschinenfabrik zum Beispiel 800 mm Rundstahl braucht, muss sie oft eine ganze Handelslänge kaufen. Der Rest bleibt im Lager. Dasselbe geschieht bei Blechen, Rohren und anderen Stahl- und Metallprodukten.
Mit der Zeit wächst das Restlager. Es beansprucht Platz, bindet Kapital und wird immer schwerer zu verwalten. Am Ende landet vieles beim Schrotthändler.
Und genau hier entsteht das Paradox.
Denn oft sprechen wir von guten, voll einsatzfähigen Materialien — in der richtigen Stahlgüte und mit originalen Werkstoffzeugnissen. Materialien, die durchaus noch einmal durch die Säge, die Drehmaschine, die Fräse oder eine andere Produktionsanlage bei einem Kollegen in der Industrie gehen könnten.
Warum ein Material einschmelzen, wenn ein anderes Unternehmen es genau so verwenden kann, wie es ist?
Diese Frage wurde der Anfang von ReSteel.
Wir beschlossen daher, ReSteel.dk als geschlossenes B2B-Portal für die metallverarbeitende Industrie zu schaffen, auf dem Unternehmen als Mitglieder aufgenommen werden und direkt miteinander handeln können.
Auf ReSteel.dk kann jedes Unternehmen sein gesamtes Restlager an Stahl und Metallen auf die Plattform legen und die Materialien selbst bepreisen. Das kann von einzelnen abgeschnittenen Stücken bis zu größeren Restpartien aus Rundstahl, Blechen, Rohren, Edelstahl, Aluminium und anderen Metallen reichen.
Die Materialien werden anschließend für die übrigen Mitglieder von ReSteel sichtbar.
Ein Unternehmen, dem genau die Güte oder Abmessung fehlt, die ein anderes als Restlager liegen hat, kann das Material finden und es sehr schnell direkt beim anderen Unternehmen kaufen.
So entsteht in der Praxis ein neuer digitaler Markt für die enormen Mengen wertvoller Materialien, die bereits in den Lagern dänischer Unternehmen liegen.
Der Verkäufer kann einen weit höheren Wert erzielen als den Schrottpreis und zugleich Lagerfläche und Kapital freisetzen. Der Käufer erhält Zugang zu Materialien, die vielleicht nur wenige Kilometer entfernt sind — oft in kürzeren Längen und Mengen, die viel besser zum konkreten Bedarf passen.
ReSteel macht mit anderen Worten die einzelnen Restlager der Unternehmen zu einem großen, gemeinsamen digitalen Materiallager.
Was als Gespräch über einen bekannten Ärger in der Stahlbranche begann, entwickelte sich deshalb schnell zu einer konkreten Idee.
Und aus der Idee wurde ReSteel ApS.
Seitdem haben wir die H.J. Hansen Recycling Group, Dänemarks führenden Akteur in der Wiederverwertung von Eisen und Metallen, als Partner gewonnen.
Für uns ist das eine natürliche Zusammenarbeit. Das Ziel ist nicht, mit Recycling zu konkurrieren — im Gegenteil.
Wir glauben an eine einfache Reihenfolge:
Wiederverwenden zuerst. Recyceln danach.
Wenn ein Stück Stahl oder Metall bei einem anderen Unternehmen ein neues Leben bekommen kann, sollte es unserer Ansicht nach diese Chance haben, bevor es eingeschmolzen wird. Und wenn das Material nicht mehr wiederverwendet werden kann, gehört es selbstverständlich in professionelles Recycling, damit die Ressourcen wieder in den Kreislauf gelangen.
So verbindet ReSteel die metallverarbeitende Industrie, den Stahlhandel und die Recyclingbranche in einer zirkulären Initiative.
Für uns geht es bei ReSteel deshalb um mehr als den Kauf und Verkauf von Reststahl.
Es geht darum, die Materialien, die wir bereits hergestellt haben, besser zu nutzen, Verschwendung zu reduzieren, Wert aus den Lagern der Unternehmen zu lösen und zugleich die Umweltbelastung zu senken.
Guter Stahl ist kein Schrott, nur weil er übrig geblieben ist.
Vielleicht fehlt ihm nur der nächste Eigentümer.
ReSteel ApS gehört J.Myhre Holding ApS und LELA Holding ApS.